Was ist bunt und klein und liegt am Strand?

Mikroplastik: Jeder kennt es, jeder hat es schon einmal gesehen und jeder hat sich bestimmt schon einmal darüber geärgert. Aber woher kommen diese kleinen, bunten Plastikteilchen, die sich mittlerweile überall finden lassen? Nicht nur an unseren Stränden und im Meer. Mikroplastik gibt es früher oder später überall dort, wo Plastikmüll in die Natur gelangt.


Dabei unterscheiden wir grundsätzlich drei verschiedene Arten:
Primäres Mikroplastik Typ A, das gezielt hergestellt wird, z.B. in der Kosmetikindustrie. Dann gibt es noch Primäres Mikroplastik Typ B, das erst durch Gebrauch entsteht, wie z.B. Reifenabrieb beim Autofahren. Und zum Schluss das sekundäre Mikroplastik, das beim Zerfall von Makroplastik entsteht. Wenn also aus großteiligem Plastik durch Verwitterung und Fragmentierung kleine Stückchen werden.
Beim näheren Hinschauen wird einem klar, dass es unzählige verschiedene Gründe für die riesigen Mengen an Mikroplastik in der Natur gibt.
Und unsere Pflegecremes, Schampos und Wäschefasern, die wir mit unserem Abwasser in Kreislauf einbringen spielen da nicht die Hauptrolle. Sicher sind auch sie ein Teil der Verschmutzung, aber es gibt noch ganz andere Verursacher für Mikroplastik, die wir vielleicht im ersten Moment gar nicht auf dem Schirm haben:
Laut einer Studie des Fraunhofer Institutes UMSICHT, die im Juni 2018 veröffentlicht wurde, steht der Reifenabrieb (Autos, Motorräder, Fahrräder, etc.) mit Abstand auf Platz eins der Primär- Mikroplastik-Emissionen. Gefolgt von der Abfallindustrie, der Recyclingindustrie und dem Asphaltabrieb auf Straßen.
Insgesamt gelangen laut der Studie geschätzte 4 Kilogramm primären Mikroplastiks pro Kopf pro Jahr in die Umwelt. Weitere 1,4 Kilo Makroplastik kommen da noch einmal hinzu. Das ist eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass Plastik sich in der Natur so gut wie nicht zersetzt. Es zerfällt zwar in immer kleinere Teilchen, aber wie lang es wirklich dauert, bis es sich in seine ursprünglichen Bestandteile aufgelöst hat, das können wir bis heute nur annehmen. Untersuchungen zufolge kann man bei schwer zersetzbaren Polymeren von bis zu 2000 Jahren ausgehen.
Länger dauert es in den Meeren, wo sich der Verwitterungsprozess bei abgesunkenem Plastik noch weiter verzögert. Fehlende Sonnenstrahlung, niedrige Temperaturen und der geringe Sauerstoffanteil in großen Tiefen verlangsamen die Zersetzung erheblich.

Aber was können wir tun, gegen dieses Problem, das sich nicht mehr aus unserer Umwelt entfernen lässt und das bereits in diversen Lebensmitteln ( Fisch, Honig, etc.) wiederzufinden ist?
Politische und industrielle Lösungen werden mit Sicherheit den größten Effekt erzielen. Doch bis dahin kann auch jeder einzelne von uns etwas tun, um die Plastik-Emissionen so gering wie möglich zu halten.

Viele Produkte in unseren Drogeriemärkten sind mittlerweile mit den entsprechenden Hinweisen gekennzeichnet, dass ihre Verpackungen teilweise aus bereits 100% recyceltem Plastik bestehen. Kosmetikhersteller verzichten zunehmend auf die Verwendung von Mikroplastik in ihren Waschgels und Cremes. Wir können Pfandsysteme nutzen und auf die Auswahl unserer Lebensmittel achten. Nicht jeder Pulli, der gewaschen werden soll ist auch wirklich dreckig. Eine Nacht im Tiefkühlfach wirkt Wunder 😉
Es gibt natürlich noch etliche weiter Beispiele und die Message dahinter ist klar:
Was wir zur Zeit erleben, ist ein Umdenken, das langsam aber stetig passiert. Und wir sollten alle ein Teil davon sein!
Wir können das Plastik, das sich bereits in der Umwelt befindet, mit Sicherheit nicht mehr vollständig entfernen, doch zumindest kann jeder einzelne von uns dazu beitragen, dass kein neues mehr hinzukommt.

Bis zum nächsten Mal,

Euer York

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